Olga - endlich ist sie da!

Lange hatte ich mich mit dem Gedanken getragen auf ein Gespann umzusteigen. Ich hatte richtig Bock darauf anders Motorrad zu fahren und gleichzeitig damit ein besonderes Motorrad zufahren! Also fing ich an alles über Gespanne und deren Eigenheiten zu lesen! Jede Info, jeden Bericht der im Internet zu finden war habe ich förmlich verschlungen! So begann ich Mitte 2018 nach Gespannen zu schauen. Nun kam die Frage welches? Am besten gefiel mir die Ural oder die Dnepr, doch waren hier die Aussagen über Qualitätsstandards nicht gut! Ich schaute also auch nach Yamaha, Honda und Co!

Auf der anderen Seite musste ich auch meinen Geldbeutel im Blick halten. Bei allem suchen ging meine Tendenz immer wieder zu den Russen, immer mit der Frage, bekomme ich so einen russischen Metallhaufen mehr oder minder alltagstauglich?! Also in den entsprechenden Foren angemeldet, viel gelesen und gefragt. Die Lager der Meinungen sind geteilt, die einen sagen im Gotteswillen und die anderen sagen natürlich kann man bei entsprechender Pflege, Wartung und Reparatur ein alltagstaugliches Gespann daraus machen! Man las aber auch aller Orten das es kein preiswertes Hobby sei, eben die teurere BMW!

Nach Probefahrten mit einem XT 600 Gespann und einem XS 1100 Gespann kam erstmal die Ernüchterung! Mein Gott, was ließen sich diese zwei Gespanne beschissen fahren! Sie waren so schwergängig, in den Kurven hatte ich das Gefühl umzukippen, auch wusste ich nicht so recht wohin mit meinem rechten Fuß! Es war eine Katastrophe!

Ich lies mich nicht entmutigen, ich wollte Gespann fahren und schaute mich weiter um!

Im Internet fand ich eine 99iger Ural 650 und rief den Nochbesitzer an. Er erzählte mir von dem gutem Stück und lobte es natürlich in den höchsten Tönen. Als ich hörte das über befreundete MC´s eine Verbindung zwischen uns bestand, fand ich das berühigend was die Glaubwürdigkeit seiner Worte betraf. Also einigten wir uns auf ein Tauschgeschäft mit meiner Kawasaki VN 800 und einem Wertausgleich für mich!

Wir verabredeten, das er mir das Gespann auf dem Hänger bringt und die Kawa mitnimmt! Ich konnte das Wochenende kaum erwarten, echt, wie ein kleine Junge der seinen Geburtstag herbei sehnt.

Als er Anfang August an einem Samstag wie verabredet vor meiner Tür stand war ich total glücklich, ich bekam vor Freude das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht!

Also die Olga abgeladen und die Kawa auf den Hänger und verzurrt! Im Anschluss bei einer Tasse Kaffee das Geschäftliche geregelt und nach ein bisschen Quatscherei noch eine kleine Einweisung in die Startzeromonie. Kurze Zeit später fuhr er mit meiner, ok seiner, Kawa von Dannen und ich musste mir doch ein Tränchen verdrücken! Doch als ich mich um drehte und Olga so stehen sah, da kam das freudige Grinsen in mein Gesicht zurück. Und jetzt nichts wie Handschuhe, Nierengurt und Helm an und rauf auf´s Gespann! Meine erste Fahrt mit Olga!

Durch Leichlingen, nach Witzhelden, Solingen und zurück nach Leichlingen. Ich war total begeistert, sie lies sich so leicht fahren, ich hatte keinerlei Probleme, hatte das Gefühl, als wäre ich nie etwas anderes gefahren! Es war einfach herrlich, allen Unkenrufen zum Trotz. Natürlich fuhr ich die ersten Kilometer recht langsam und vorsichtig, auch mit dem Wissen das sich Geschwindigkeit durch kommende Routine von selbst einstellt! Ich war einfach nur happy und bis heute habe ich keine wirklich brenzlige Situation gehabt!

 

Eine Entscheidung aus dem Bauch heraus und ich bin total glücklich damit!

Olga - wie ich sie bekam

Erstes Problem - Erste Herausfoderung

 

 

 

Als ich die ersten Runden, nach Essen ins Haus Scheppen, nach Solingen ins Cafe Hubraum und ins Bergische Land, mit Freude absoviert hatte, musste ich leider feststellen, das ich Elektrikprobleme hatte! Ich hatte inzwischen zwei Batterien gekillt und blieb auf dem Weg zum Stammtisch in Bergisch Gladbach liegen! Nach intensiver Recherche kam ich zu dem Schluss, das es das beste ist den russischen Kabelbaum zu ersetzen.

Ich, sicher mit technischem Verständnis, aber der nie Moped geschraubt hat und nun das!

So zog ich los und kaufte mir ein Buch über die Grundlagen der Motorradelektrik, ich bestellte alle Sachen die für einen neuen Kabelbaum notwendig waren und bis zur Lieferung las ich mir mein neues Buch durch. Die Grundlagen reichen ja bekanntlich für die einfache Technik der Ural.

Und dann begann das Abenteuer: neuer Kabelbaum für meine Olga!

Gefühlt habe ich ewig Strippen gezogen, gemessen, angeschlossen, isoliert und dann kam der erste grosse Moment, startet der Motor?! Einmal, zweimal, dreimal den Kickstarter durchgetreten und die gute Olga lief! Es war herrlich das Tuckern des Boxers zu hören. Stolz machte sich in meiner Brust breit! Doch als ich dann Bord.- und Ladespannung prüfte, musste ich leider feststellen, dass die alte Russenlima nicht richtig arbeitete. Dies war also der wahre Grund für meine Probleme.

Hatte schon bei meinen Recherchen im Internet heraus gefunden, dass es eine Japanische Lima von Denso mit Adapter gibt und diese auch noch 500 Watt liefert, also ausreichend Spannung für meine Olga. Ich fuhr also kurzer Hand nach einem kurzen Telefonat zu Gernot und kaufte mir das gute Stück. Zurück zu Hause wurde am Wochenende das gute Stück eingebaut und der Kabelbaum entsprechend modifiziert, die Beleuchtung angeklemmt und zu neuem Leben erweckt. Dank manch kleiner Hilfe und Tip´s am Telefon von  meinem Uralkumpel Ingomar konnte ich bald zufrieden auf meine Olga steigen und wieder genüsslich durch die Lande düsen, da nun genug Spannung und auch ein super gutes Fahrlicht vorhanden ist.

Nun hoffe ich für lange Zeit eher anderen Russentreibern bei ihren Elektrikproblemen helfen zu können!

 

Am Ende bin ich richtig stolz und happy, dass ich diese Herausforderung angenommen und das Problem gelöst habe und vorallem eine ganze Menge über mein russisches Gespann gelernt habe!

Kabelwirrwarr mit neuem Sicherungskasten

Das neue Herz liefert 500 Watt = 14.5 Volt Ladestrom

Erste optische Veränderungen

 

Nach der ersten Euphorie kam natürlich der Blick für´s Optische! Als erstes nahm ich das hässliche Windschild am Moped ab. Im Zuge der Elektrikrenovierung vielen der Lampenbügel und das Lampenschutzgitter runter. Der alte Dneprtank musste einem schönen Tropfentank weichen und der kleinere Edelstahlgepäckträger wechselte nach vorn auf die Bootsnase und auf den Kofferraumdeckel kam ein grösserer schwarzer Gepäckträger. Zum Schluss trennte ich mich noch von dem Winddschild am Boot.

 

Jetzt sollen noch die Rückleuchte und die Beiwagenbeleuchtung gewechselt  und neue passende Spiegel montiert werden!

Olga - so wie ich sie bekam

Olga - auf halben Weg

Olga - nun im Ist-Zustand

Ein classische Auspuff

 

Die hochgezogene Auspuffanlage hatte mir von Anfang an nicht gefallen, nun war die Gelegenheit eine classische Auspuffanlage 2 in 2 zu erwerben. Das gute Stück sollte mit einem erschwinglichen Preis erhältlich sein und schon stand sie in meiner Garage. Freitagabend wollte ich das gute Stück mal eben anbauen und was soll ich sagen? sie passte nicht! Meine alten Tüten waren ab und beim anhalten der neuen musste ich feststellen, das die Halterungen zu kurz waren. Da Samstag keine Zeit war, baute ich mir dann Sonntag zwei schöne Verlängerungen der Halterungen und verbaute die neu.- gebrauchte Anlage! Mit den neuen Tüten gefällt mir das Bild nun schon wieder ein Stück weit besser!

Abgeprochenen Bolzen mit Schraubstock fixiert. Nicht schön, aber praktisch! Mutter mit 1,5 m langen Rohrhebel gelöst!

Olga mit classischen Zigarren.